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Steuerliche Absetzbarkeit von Sprachkursen

Sprachkurse können unter bestimmten Voraussetzungen bei der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Leider gibt es bei der Anerkennung von Bundesland zu Bundesland und teilweise auch von Finanzamt zu Finanzamt Unterschiede. Die mit dem Sprachkurs verbundenen Reise- und Unterkunftskosten werden in den seltensten Fällen anerkannt sollen daher hier unberücksichtigt bleiben.

Sprachreisen können entweder als

  • Werbungskosten oder als
  • Sonderausgaben

geltend gemacht werden.

Es gilt dem Finanzamt gegenüber deutlich zu machen, dass der Grund der Sprachreise die Vertiefung bzw. der Erwerb von Sprachkenntnissen ist. Der Sprachkurs muss daher entweder der beruflichen Fortbildung (Werbungskosten) dienen oder unter die Ausbildungskosten (Sonderausgaben) fallen. Des Weiteren sollte man belegen können, dass ein vergleichbarer Kurs im Heimatland nicht angeboten wurde bzw. dass der Kurs der Vorbereitung auf ein berufliches Ereignis diente und ein vergleichbarer Kurs in der Nähe des Wohnortes im erforderlichen Zeitraum nicht verfügbar war.

Zur Anerkennung einer beruflichen Fortbildung muss nachgewiesen werden, dass die Sprachreise rein aus beruflichen Gründen angetreten wurde. Dieser Nachweis kann bei Arbeitnehmern z. B. vom Arbeitgeber erbracht werden, der bestätigt, dass die erlernte Fremdsprache im Beruf direkt benötigt wird. Als Student oder bei einer Besuch des Sprachkurses als Vorbereitung auf einen zukünftigen Beruf, sollte nachgewiesen werden können, dass die Sprachreise in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zur angestrebten Tätigkeit steht. Private Beweggründe für den Besuch eines Sprachkurses sollten ausgeschlossen zumindest aber als sehr gering eingestuft werden können. Aus diesem Grund sollte die Sprachreise ohne Begleitung von Familienangehörigen und möglichst nicht in der Urlaubszeit stattfinden.

Ausbildungskosten, die in Verbindung mit der Berufsausbildung oder der Erlangung eines Schulabschlusses anfallen, sind als Sonderausgaben bis zu 1227,- EUR pro Jahr abziehbar. Darunter fallen auch Aufwendungen für Weiterbildungen in einem nicht ausgeübten Beruf.

Grundsätzlich wird der Erwerb von Fremdsprachen vom Bundesfinanzhof der privaten Bildung zugerechnet. Je detaillierter und plausibler dem Finanzamt gegenüber argumentiert wird und je berufsspezifischere Kenntnisse der Sprachkurs (z. B. ein Sprachkurs für Geschäftenglisch oder Handelsspanisch) vermittelt desto größer die Chance auf eine steuermindernde Anerkennung des Sprachkurses. Zusätzlich sollten die Kosten des Sprachkurses auf der Rechnung gesondert ausgewiesen werden, da sie die besten Chancen auf eine steuerliche Anerkennung haben.

Vollzeitkurse mit ganztägigem Unterricht (mind. 30 Unterrichtseinheiten á 45 min pro Woche) haben höhere Chancen auf Anerkennung durch das Finanzamt, da freie Vor- oder Nachmittage bei Halbtagskursen auf einen Freizeitaspekt der Sprachreise hinweisen können. Unterricht am Wochenende wird normalerweise nicht verlangt. Für Informationen zu den Unterkünften lesen Sie hier weiter.

Es ist empehlenswert, sich vor Beginn des Sprachkurses beim zuständigen Finanzamt oder bei einem Steuerberater zu informieren, in welchem Umfang die Sprachreise bei der Lohnsteuererklärung berücksichtigt werden kann.

Auch für Österreich und die Schweiz gibt es Möglichkeiten, Sprachkurse steuerlich abzusetzen oder Förderungen zu erhalten. In Österreich ist die Bildungskarenz Förderung für Sprachreisen sehr beliebt. In der Schweiz können Stipendien beantragt werden.